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Ausstellungsfotos
Jetzt auch in Türkisch...
Was Frank Schmall betrifft, so will er sich damit noch nicht zufrieden
geben. Er setzt sich zur Wehr und beklebt mit Aufschriften wie: "Never
ever Deutsche Bank² oder "Wollen sie Ihrer Bank auch etwas mitteilen?²
sein Auto. Nachrichten in Leuchtschrift, die ihn jetzt täglich auf
seinen Geschäftsreisen durch Frankfurt begleiten. Da sich die Deutsche
Bank nach Herrn Schmalls Bekunden in Zukunft auch verstärkt in
türkischen Geschäftsfeldern engagieren will, lässt er seine Nachrichten
jetzt auch ins Türkische übersetzten.
Dauern seine Kundenbesuche einmal etwas länger, hat er eine weitere
Überraschung im Kofferraum: Sein Kinderfahrrad. "Anna unterstützt die
Opfer der Deutschen Bank", ist auf dem kleinen Fahrrad in Leuchtschrift
mit dazugehöriger Internetadresse zu lesen. Mit einem Wimpel
ausgerüstet, auf dem das "Victory-Zeichen" des Herrn Ackermann zu
erkennen ist, lässt sich das Fahrrad gut im Straßenverkehr ausmachen.
Angeschlossen an den nächsten Laternenpfahl ist Herr Schmalls
Kinderfahrrad ein probates Mittel, um sich für sein Anliegen zu jeder
Zeit und an jedem Ort Gehör zu verschaffen. Aber keiner soll glauben,
dass das Kinderfahrrad keine Eltern habe. Mama und Papa stehen mit dem
gleichen Bekenntnis seit über einem Jahr auf dem Grünstreifen vor der
Deutschen Bank Frankfurt. Auf wundersame Weise melden sich in den
letzten Monaten zudem immer zahlreicher werdende Verwandte zu Wort,
Protestfahrräder, die vor Bankfilialen in Städten wie Köln,
Aschaffenburg oder Wiesbaden auftauchen.
Richtig bekannt geworden ist Frank Schmall aber mit seinem roten
Kadett, den er beschriftet auf einen öffentlichen Parkplatz vor der DWS
Zentrale in Frankfurt geparkt hatte. Ein Werbefahrzeug der ganz neuen
Art, das bei der Geschäftsstelle auf wenig Gegenliebe traf. Nach
anfänglichen hilflosen Versuchen, das Fahrzeug hinter abgestellten
Mopeds und Fahrräder verschwinden zu lassen, ging die
Marketingabteilung in die Offensive und verhüllte das "Corpus Delicti²
hinter einer Reihe von Pflanzenkübeln mit "Tujagehölz". Eine Maßnahme,
die nicht lange auf Herrn Schmalls Antwort warten ließ, der sein
Fahrzeug mit einem Dachgepäckträger aufrüstete, an welchen er ein
Schild montierte, mit der Aufschrift: "I feel as a Deutsche Bank Real
Estate's Victim". Ein Schild, das weit über die Tujahecke ragte, um die
interessierte Öffentlichkeit über sein Anliegen aufzuklären. Sein
Fahrzeug durfte er solange kostenfrei abstellen, bis ein neu
installierter Parkscheinautomat, den Dauerparker vertrieb.
Wir freuen uns Ihnen im "finger-Büro" in der Alten Mainzer Gasse 4 6
die Aktivitäten von Herrn Schmall vorstellen zu dürfen. Die Ausstellung
bildet den Beginn unserer neuen Ausstellungsreihe: "selbst beauftragt
gestalten². In der Reihe werden Einzelpersonen und Initiativen
vorgestellt, die mit außergewöhnlichen Strategien, in eigenem Auftrag,
ihr gesellschaftliches Umfeld gestalten.
Auf ganz eigene Art und Weise bahnt Herr Schmall mit seiner Arbeit neue
Wege für öffentliche Aufmerksamkeit. Seine Autobeschriftungen und
Fahrräder sind dabei ein kultureller Beitrag, der auf exemplarische
Weise auf gesellschaftliche Wirklichkeit und Missstände aufmerksam
macht. Zur Ausstellungseröffnung am Samstag den 22.07.06 um 18.00 Uhr, zu der wir Sie herzlich einladen, wird Herr Schmall anwesend sein.
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